Macron spricht Englisch – Le Pen ärgert das.

Zum zweiten Teil am ersten Tag seines Berlin-Besuchs hat Emmanuel Macron unter dem Motto „The Franco-German relation and the future of the European Union“ einen Vortrag an der Humboldt-Universität gehalten. Inhaltlich haben Zuhörer, die bereits am Mittag seinem Treffen mit Berlins französischer Gemeinschaft beigewohnt haben, wenig verpasst: Macron wünscht sich mehr europäische Souveränität, mehr deutsch-französische Führungsstärke, eine stärkere Konvergenz in der Eurozone und vor allem mehr Investitionen.

Dennoch waren zwei Details interessant: Als Zuhörer waren zwei prominente Gesichter der deutschen und französischen Grünen vor Ort, der frühere deutsche Außenminister Joschka Fischer, sowie der langjährige Europaparlamentarier Dany Cohn-Bendit. Zusammen mit der Anwesenheit von Sylvie Goulard, einer liberalen Europapolitikerin, unterstreicht dies, was Macron auch in Berlin im Hinblick auf die kommenden Parlamentswahlen ankündigte. In seiner Bewegung sind Politiker aus unterschiedlichen parteipolitischen Richtungen:

Das andere Detail: Macron hielt seine Rede mit Ausnahme von einigen deutschsprachigen Zitaten (unter anderem von Roman Herzog und Willy Brandt) auf Englisch. Das ist bemerkenswert, da französische Politiker nicht gerade einen guten Ruf darin haben, in der Sprache Shakespeares zu parlieren. Der Deutschland-Korrespondent von Le Monde, Thomas Wieder, kommentierte, dass Macron auf diese Art drei Viertel der französischen Politiker alt aussehen lasse:

Das ließ natürlich eine nicht auf sich sitzen: Die Präsidentschaftskandidatin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, die mit „Armes Frankreich!“ kommentierte:

Ein klares Eigentor für Frau Le Pen, da Macron mit einer Rede auf Englisch an einer Universität mit vielen internationalen Studenten genau die Wahl traf, die naheliegend war, wenn es um die allgemeine Verständigung geht. Wer im Ausland nur die eigene Sprache spricht, bekommt eben nicht alles, was er möchte.

Eine Frage an Frau Le Pen hätte ich dann noch: Wenn sie am 21. Januar in Koblenz in Rheinland-Pfalz auf Frauke Petry von der AfD und Geert Wilders aus Holland trifft: In welcher Sprache unterhält man sich eigentlich?

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2 Gedanken zu “Macron spricht Englisch – Le Pen ärgert das.

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