Das Wichtigste in dieser Woche (17.4.-23.4.)

Zum vorerst letzten Mal gibt es an dieser Stelle eine Vorschau auf die Daten und Ereignisse, die im Bezug auf die Präsidentschaftswahl in Frankreich in dieser Kalenderwoche von Bedeutung sind:

Fernduell in Paris: Le Pen gegen Macron

Am Ostermontag dem 17. April, liefern sich bereits die zwei Führenden der aktuellen Umfragen ein Fernduell in der Hauptstadt: Emmanuel Macron zieht es quasi zurück zu seinen Wurzeln als Minister: Er beginnt schon um 15 Uhr das letzte große Meeting vor dem ersten Wahlgang im Palais Omnisports de Paris-Bercy, direkt neben dem Finanz- und Wirtschaftsministerium. Marine Le Pen hingegen tritt am Abend um 20 Uhr im Zénith, einer der bekanntesten Konzerthallen Frankreichs, auf. Ein leichter Vorteil für Macron, der die deutlich größere Halle hat. Aber auch die muss ein Kandidat erst einmal füllen.

Politik als Popkonzert: Mélenchon im Hologramm-Meting

Jean-Luc Mélenchon, der sich in den vergangenen Wochen immer mehr in Richtung Mitte orientiert und auf einmal Chancen auf den zweiten Wahlgang hat, muss sich gedacht haben: Warum eine Halle, wenn ich auch sieben Hallen füllen kann? Am Dienstag, dem 18. April, tritt Mélenchon ab 19 Uhr persönlich in Dijon auf Bühne, kann aber erneut dank Hologramm-Technik auch woanders erscheinen. Nach dem Testlauf vor einigen Wochen, weitet er die Mélen-Show auf sechs Städte aus: Clermont-Ferrand, Grenoble, Le Port, Montpellier, Nancy und Nantes.

Der erste Wahlgang

Dieses Ereignis ist selbsterklärend: Am 23. April öffnen Frankreichs Wahllokale und aus elf Kandidaten werden zwei. Wie in Deutschland gibt es auch in Frankreich eine Mediensperre für Umfragewerte: Erst ab 20 Uhr abends dürfen die Sender erste Hochrechnungen veröffentlichen. Trotzdem gibt es seit 2012 auf Twitter den Hashtag #RadioLondres, der dies ein wenig zu umgehen versucht. Hier twittern – oft anonym – Journalisten und andere, die Einblick in Vorab-Werte haben, oft spielerisch umschriebene Andeutungen auf Wahlergebnisse. Der Name „Radio Londres“ ist dabei ein Witz für Eingeweihte: In der Zeit der Besetzung Frankreichs durch Nazideutschland war der in London ansässige Auslandssender „Radio Londres“ die oft zuverlässigere Quelle für Nachrichten. Was allerdings angemerkt werden muss: Da sich quasi jeder an diesem Hashtag beteiligen kann, kann natürlich auch bewusst manipuliert werden. Seriöse Informationen wird es deshalb voraussichtlich erst ab 20 Uhr geben.

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2 Gedanken zu “Das Wichtigste in dieser Woche (17.4.-23.4.)

    1. Damit rechne ich nicht. Mélenchon zielt zwar auf die Wähler in der Mitte, kann aber nur noch bei Hamon oder Le Pen neue Wähler hinzugewinnen, eher nicht bei Fillon oder Macron.

      Sprich: Sollte Mélenchon in die 2. Runde kommen, dann eher anstelle von Le Pen, als gegen Le Pen.

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